Ein Rückblick zum Schluss

 

Bereits sind wir beim Blogpost Nummer 16 angelangt. Es soll der letzte Beitrag in unserem eDemocracy Projekt werden. Somit ist es Zeit, auf die vergangenen drei Monate zurückzublicken und einige Schlussfolgerungen zu ziehen.

Unser Blogprojekt startete im März 2014 mit einem Einstieg ins Thema (Auslegeordnung an Begriffen und Definitionen) und einer Reflexion über Chancen und Risiken der eDemokratie. Anschliessend folgten die einzelnen Blogbeiträge zu den beiden thematischen Strängen eVoting und eParticipation.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema eVoting in der Schweiz brachte einige aufschlussreiche Erkenntnisse zur Entwicklung von eVoting-Systemen. In der Politik und in der Gesellschaft ist es kein einfaches Unterfangen solchen neuen Möglichkeiten der Stimmabgabe Akzeptanz zu verschaffen. Besonders Bedenken bezüglich der Sicherheit der Systeme hemmen eine weite Verbreitung von eVoting (noch). In der Schweiz steckt eVoting also noch in den Kinderschuhen und der Durchsetzungsprozess benötigt viel Zeit. Dennoch sind wir überzeugt, dass sich die Entwicklung nicht aufhalten lassen wird und die elektronischen Wahlsysteme immer besser werden. In einigen Jahren werden wir vermutlich zurückblicken, uns an den vielen Vorteilen von eVoting erfreuen und über die Diskussionen und Unsicherheiten aus den Anfangszeiten schmunzeln.

Die folgende Grafik aus einem Bericht der Universität Zürich zum Thema Internet und Politik in der Schweiz zeigt, dass das Internet mittlerweile eine nicht unbedeutende Rolle bei der politischen Meinungsbildung und Meinungsäusserung spielt. Besonders im Bereich der politischen Diskussionen fällt aber auf, dass die offline-Beteiligung noch sehr stark überwiegt. Offenbar haben die Menschen Bedenken, ihre Meinung im Netz preiszugeben, da das Internet nicht sicher genug ist und ausserdem nie vergisst (Universität Zürich 2013, S.9).

Grafik Fazit

Abbildung: Nutzung des Internet für politische Beteiligung (Universität Zürich 2013, S.9)

Die Studie untersuchte ausserdem den Einfluss des Internets auf Politik und Demokratie in der Schweiz. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Schweizer zeigen sich skeptisch gegenüber des Einflusses des Internets auf die Demokratie. Sie glauben nicht, dass sich die demokratische Qualität des politischen Systems durch das Internet verbessert. Nur 4-7% der Schweizer sind vom positiven Effekt des Internets überzeugt (Universität Zürich 2013, S.10-11).

Unsere Facebookanalyse kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Zwar haben die meisten untersuchten Politiker ein Profil, doch werden nur wenig persönliche Meinungen von den Politikern gepostet. Wenn, dann tun die Leser (oder potenziellen Wähler) ihre Meinung kund. Eine richtige politische Diskussion entsteht auf dem Online-Netzwerk aber nicht.

Eine kleine Analyse auf Twitter zeigt, dass auch hier keine Diskussionen im Sinne der eParticipation zustande kommen. Es scheint, dass das Potenzial von Sozialen Medien in der Politik noch nicht vollends erkannt wurde.

Erfolgreicher sind hier eParticipation-Projekte wie „Züri wie neu“ (Teil 1 / Teil 2), wo die Stadt und der Bürger zusammenarbeiten können: Der Bürger hat die Möglichkeit, der Stadt Mängel an der städtischen Infrastruktur online zu melden. Was in einer einjährigen Pilotphase sehr gut funktioniert hat. Leider ist bis zum Abschluss unseres Blog-Projekts noch immer nicht klar, ob ZWN weitergeführt werden wird.

Wir als Autorinnen dieses Blogs gehören offenbar der kleinen Minderheit an, die an das Potenzial des Internets für die Demokratie und deren Instrumente glauben. Selbstverständlich braucht es eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema und noch vorhandene Mängel dürfen nicht ausser Acht gelassen werden. Doch sind wir der Meinung, dass wir langfristig von vielen Vorteilen profitieren können.

Das Ziel unseres Blogs war es, dem Leser einen Überblick über das Thema eDemocracy und dessen Teilbereiche zu verschaffen, Begriffe zu klären, Projekte vorzustellen und vor allem das Interesse des einen oder anderen an dieser spannenden Thematik zu wecken. Wir hoffen, dass uns dies gelungen ist. Die Autorinnen selbst haben während den Recherchen für die Blogbeiträge viel Neues und Spannendes entdeckt und haben dabei viel gelernt. Es wurde auch oft gelacht, besonders bei der Vorbereitung der Wahl des IGEP-Hero (vgl. Blogbeitrag vom 1.6.2014). Unser Blog hat uns also Freude bereitet und wir hoffen, dass wir diese Freude weitergeben konnten.

In diesem Sinne danken wir unseren Lesern herzlich für das Interesse!

Manuela Schumacher und Salome Zehnder