„Züri wie neu“ – ein eParticipation-Projekt der Stadt Zürich – Teil 2

 

Im ersten Teil zu „Züri wie neu“ (ZWN) berichteten wir, wie das Projekt entstanden ist und um was es dabei geht. In diesem zweiten Teil wollen wir darüber informieren, wer am Projekt mitarbeitet und einen Blick auf den Inhalt des Projekts werfen, also auf die Meldungen, die eingegangen sind.

Wer arbeitet an ZWN mit?

Nebst all den Bürgern, die die Meldungen machen, arbeiten verschiedene Gruppen an ZWN. Zum einen ist dies die Projektgruppe selbst, welche aus 2 Projektleitern und 12 Teammitarbeitern besteht. Insgesamt arbeiten 48 Personen im Backoffice. Diese leiten die diversen Meldungen an die Monteure, Werkhöfe, Grünflächenverwalter, Graffitireinigungsteams, Forstwarte, Spielplatzbeauftrage und Reinigungsleute weiter (Sgier, 2014).

Die Meldungen

Zu Beginn des Projekts, als auch noch Werbung gemacht wurde, gingen viel mehr Meldungen ein, als gegen Ende des Projektjahres. Waren es in den ersten Monaten bis zu 700 pro Monat, gingen gegen Ende durchschnittlich 150 Meldungen ein (Sgier, 2014).

Mike Sgier, Kommunikationsbeauftragter vom Tiefbau- und Entsorgungsdepartement sagt: „In der Anfangsphase gingen grossmehrheitlich Meldungen (400) zu Schäden an der Strasseninfrastruktur ein (klar, es war ein harter Winter (Winter 12 – 13) und es gab entsprechend viele frostbedingte Löcher im Belag).“ Danach folgten Meldungen über Abfall (100), Beleuchtung (50), Tiere/Grünflächen (35) und Spielplätze/Sitzbänke (20). Über das ganze Jahr hinweg lagen Meldungen zur Strassen-Infrastruktur mit durchschnittlich 50 Meldungen pro Monat an erster Stelle. Alle anderen Kategorien pendelten sich zwischen 0 und 25 Meldungen pro Monat ein (Sgier, 2014).

 

ZWN_Meldungen

Grün= Meldung beantwortet; Gelb = Meldung in Bearbeitung; Rot = Meldung erfasst (ZWN, 2013)

 

Problemstellungen

Nicht alle Meldungen waren einfach zu bearbeiten. Viele Meldungen betrafen nicht Mängel oder Schäden an der Infrastruktur, die man mehr oder weniger einfach reparieren konnte (wie ein Loch im Strassenbelag), sondern Unzufriedenheiten mit der Infrastruktur selbst. „Das kann ein Veloweg sein, der auf Grund lokaler Gegebenheiten plötzlich abbricht oder Parkplätze, die als zu schmal angesehen werden“ (Sgier, 2014).

 

Meldung

Meldung, die keinen Schaden an der Infrastruktur betrifft (ZWN, 2013)

 

Problematisch war es auch, wenn am Smartphone die GPS-Funktion nicht eingeschaltet war oder auf dem Foto zwar der Schaden festgehalten war, nicht aber der Standort. So führte die Lokalisation der Schäden oft zu einem grösseren Aufwand. Oftmals gingen Mängel mehrfach ein, und „die Annahme, dass aufgrund des neuen Tools bisherige Meldungen, die über E-Mail oder Telefon hereinkamen, wegfallen würden, erwies sich als falsch“ (op.cit.).

Zukunft

Ob „Züri wie neu“ weitergeführt wird, wird in den kommenden Tagen oder Wochen entschieden, denn zur Zeit findet intern die Evaluation des Pilotprojekts statt. Unser persönliches Urteil zum Projekt fällt positiv aus – es ist im Sinne der eParticipation ein guter Kommunikationskanal zwischen den Bürgern und den Ämtern, um den gemeinsamen Lebensraum schöner und zweckmässiger zu gestalten und die gute Infrastruktur zu bewahren. Wir hoffen, dass die Stadt dies ebenso sieht und das Projekt weiterführen wird. Täte sie dies nicht, würde dies unserer Ansicht nach einen Rückschritt in der Strategie von eZürich bedeuten. Falls „Zürich wie neu“ aber nicht so weitergeführt werden kann, aus welchen Gründen auch immer, sollten andere Formen der Bürgerbeteiligung bei Schadensmeldungen in Erwägung gezogen werden. Zürich sollte auf dem „eWeg“ bleiben, denn dies ist der Weg der Zukunft.

 

 

 

Hinweis:

Mike Sgier, der Kommunikationsbeauftrage des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements der Stadt Zürich, war so freundlich, uns einen etwas tieferen Einblick in ZWN zu geben und beantwortete uns per E-Mail alle Fragen, die wir hatten.

Advertisements

3 Kommentare zu “„Züri wie neu“ – ein eParticipation-Projekt der Stadt Zürich – Teil 2

  1. Pingback: Crowdsourcing: wie die Masse Ideen entwickelt | eDemocracy in der Schweiz

  2. Pingback: „Züri wie neu“ – ein eParticipation-Projekt der Stadt Zürich – Teil 1 | eDemocracy in der Schweiz

  3. Pingback: Ein Rückblick zum Schluss | eDemocracy in der Schweiz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s