„Züri wie neu“ – ein eParticipation-Projekt der Stadt Zürich – Teil 1

 

Hat jemand Ihre Hausfassade versprayt? Ist Ihre Strasse voller Schlaglöcher? Fehlt ein Velowegweiser? Oder ist Ihr Ticketautomat an der Bushaltestelle defekt? Für solche und andere Infrastruktur-Probleme lancierte eZürich im Jahr 2012 das Pilotprojekt „Zürich wie neu“ (ZWN).Entstanden ist das Projekt, nachdem die Idee „Mobile Crowdsourcing – Stadtbevölkerung hilft der Stadtverwaltung beim Aufdecken von Mängel und Schäden an der städtischen Infrastruktur über eine iPhone-Applikation / Online Plattform“ beim Ideenwettbewerb von eZürich im Jahr 2010 auf Platz 16 gewählt wurde (eZürich, 2014). Viele ähnliche Ideen wurden ebenfalls eingereicht, und so wurde die Grundidee von „Fix my Street“, welche in anderen Ländern schon etabliert ist (zum Beispiel in England), als eine der Siegerideen umgesetzt.Im April 2013 wurde die Website www.zueriwieneu.ch aufgeschaltet und das Mobile-App als einjähriges Pilotprojekt in Betrieb genommen. Diese erste Phase ist vor einem Monat abgelaufen. Noch ist die Website freigeschaltet, doch es ist noch nicht öffentlich kommuniziert, ob ZWN weitergeführt wird.

Wie funktioniert „Züri wie neu“?

Wenn einem Bürger ein Mangel an der Zürcher Infrastruktur auffällt, kann er dies via Smartphone-App oder über die Website rapportieren. Vom Smartphone aus wird per GPS der genaue Standort übermittelt, bei der Website muss der Ort auf der Stadtkarte so genau wie möglich angegeben werden.

 

ZWN_Hubertus

Ansicht bei einer Meldung (ZWN, 2013; Bild vom Mai 2014)

 

In einem Beschreibungsfeld kann das Problem genau beschrieben werden. Ausserdem können Fotos hochgeladen werden.Jede Meldung muss einer Kategorie zugeordnet werden, anhand welcher das Team hinter ZWN weiss, an welche Stelle es die Meldung weiterleiten muss (Sgier, 2014). Kategorien sind:

  • Abfall / Sammelstelle
  • Beleuchtung / Uhren
  • Graffiti
  • Signalisation / Lichtsignal
  • Spielplatz / Sitzbank
  • Strasse / Trottoir / Platz
  • Tiere / Grünflächen

 

Wird eine falsche Kategorie gewählt, wird die Meldung trotzdem an die richtige Stelle weitergeleitet, auch an externe Stellen wie die SBB. Innerhalb 5 Tagen wird die Meldung von ZWN erfasst und bearbeitet. Bearbeitet heisst aber nicht, dass das Problem behoben wird, sondern dass er erkannt und an der richtigen Stelle gemeldet ist. Ein solches Beispiel ist etwa, dass ein Strassenbelag im Winter nicht repariert werden kann, da er wegen der Kälte sonst wieder abblättern würde (op.cit.).

Die Software im Hintergrund

„Züri wie neu“ wird durch die Open Source Software „fixmystreet“ von der britischen NGO mySociety betrieben. mySociety wurde als Partner gewählt, „da sie bereits mehrjährige Erfahrung in dieser Branche haben, sowohl Apps als auch eine (mobile) Webseite anbieten und zudem das in unseren Augen intuitivste Tool anbieten“ (Brunner, 2014).

Die Software für die eigene Stadt in Betrieb zu nehmen ist sehr einfach in einem 5-Punkte Programm möglich: Team bestimmen, Software installieren (manuell oder mit Hilfe durch das Supportteam von mySociety), Daten wie Landkarte, E-Mails etc. bereitstellen, die Oberfläche nach den eigenen Bedürfnissen ausrichten (Sprache, Design, Text etc.) und zu guter Letzt online gehen (mySociety, [2014]).

 

« mySociety is a British NGO that was set up by a group of

politically knowledgeable computer experts. mySociety’s

mission is to help people become more powerful in the civic

and democratic parts of their lives, through digital means. »

mySociety, [2014]

 

Soviel zum Aufbau und der Struktur von „Züri wie neu“. Lesen Sie im zweiten Teil, wer am Projekt beteiligt ist und welche Meldungen eingegangen sind.

 

Hier gehts zum Teil 2.

 

 

 

Hinweis:

Mike Sgier, der Kommunikationsbeauftrage des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements der Stadt Zürich, war so freundlich, uns einen etwas tieferen Einblick in ZWN zu geben und beantwortete uns per E-Mail alle Fragen, die wir hatten. Fragen zur IT (Software im Hintergrund) beantwortete uns Tobias Brunner von der Abteilung Geomatik + Vermessung.

 

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3 Kommentare zu “„Züri wie neu“ – ein eParticipation-Projekt der Stadt Zürich – Teil 1

  1. Pingback: „Züri wie neu“ – ein eParticipation-Projekt der Stadt Zürich – Teil 2 | eDemocracy in der Schweiz

  2. Pingback: Crowdsourcing: wie die Masse Ideen entwickelt | eDemocracy in der Schweiz

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